Verbesserte Therapie bei seltenen Gebärmuttertumoren: Medizinische Leitlinie zu uterinen Sarkomen aktualisiert
Uterine Sarkome sind eine seltene, aber aggressive Form von Gebärmutterkrebs, die etwa drei Prozent aller bösartigen Tumoren der Gebärmutter ausmachen. Um die Versorgung betroffener Patientinnen zu verbessern, haben die Deutsche, die Schweizerische und die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe unter Beteiligung von Prof. Dr. Markus Wallwiener, Universitätsmedizin Halle, eine neue medizinische Leitlinie erarbeitet. Sie bietet Ärzt:innen aktualisierte wissenschaftlich fundierte Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge bei uterinen Sarkomen, um Patientinnen die bestmögliche Versorgung zu garantieren.
Herausforderungen bei der Diagnosestellung
Die Diagnosestellung uteriner Sarkome ist komplex, da sie oft keine spezifischen Symptome verursachen. In vielen Fällen werden sie zufällig oder erst durch unspezifische Beschwerden wie unregelmäßige Blutungen entdeckt. Die aktualisierte Leitlinie enthält Diagnose- und Behandlungsempfehlungen für die häufigsten Sarkomarten, wozu beispielsweise endometriale Stromasarkome, Adenosarkome oder Leiomyosarkome zählen. Auch Rhabdomyosarkome des Uterus bei Kindern und Jugendlichen werden in den Ausführungen beachtet.
„Die Therapie uteriner Sarkomarten ist aufgrund ihrer Heterogenität komplex und bedarf einer präzisen Planung und Durchführung“, sagt Leitlinienkoordinator Prof. Dr. Markus Wallwiener, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Gynäkologie der Universitätsmedizin Halle. „Deshalb werden die unterschiedlichen Sarkomarten in der aktualisierten Leitlinie genauestens aufgeschlüsselt und Informationen zu Diagnostik, Prognose sowie Behandlungsmöglichkeiten detailliert aufgeführt, um für die Patientinnen die höchstmögliche Sicherheit und Versorgungsqualität zu gewährleisten.“
Nachsorge und Patientinnenaufklärung
Neben der Diagnose und Therapie legt die neue Leitlinie großen Wert auf die Nachsorge und die umfassende Aufklärung der Patientinnen. Dabei soll unter anderem das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass eine fortlaufende Beratung und eine damit einhergehende gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Ärzt:in und Patientin essentiell für den Behandlungserfolg sein kann. Neben den empfohlenen medizinischen Kontrollen werden auch psychosoziale und sozialmedizinische Aspekte berücksichtigt. Da Begleiterkrankungen die Verträglichkeit der Therapie beeinflussen können, sollen diese in der Nachsorge mit einbezogen werden.
Hohe Expertise am gynäkologischen Krebszentrum
Die Universitätsmedizin Halle verfügt über ein von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziertes gynäkologisches Krebszentrum, das unter der Leitung von Prof. Dr. Markus Wallwiener steht. Hier werden Patientinnen mit Krebserkrankungen auf höchstem medizinischem Niveau betreut. Durch regelmäßige interdisziplinäre Tumorkonferenzen und die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen stellt das Zentrum eine präzise Diagnostik und individuell abgestimmte Therapieentscheidungen sicher. Dank der hohen Expertise im Bereich gynäkologischer Krebserkrankungen werden betroffene Patientinnen an dem spezialisierten Zentrum optimal versorgt und einfühlsam begleitet.